Lyrik

Das Piketspiel

Die kleine muntre Galathee,
ein Kind von funfzehn Jahren,
mit rabenschwarzen Haaren,
und einem Leib so weiß wie Schnee,
so recht gebaut zum Paaren,
und Franz, ein Knabe dick und fett,
mit Augen voller Flammen;
dies Pärchen nun saß einst beisammen
und spielten, – was? – Piket!

Das Spiel sah ziemlich mieslich aus,
auch galt’s nicht eben wenig,
Franz hatte vierzehn König
und Galathee drei Daus.
Schnell ließ sie Hemd und Mieder
und ihre Röckchen nieder,
und stand wie Göttin Cypria
auf Ida ohne Schleier da.

Du hast dein Spiel verloren!
rief sie mit losem Lächeln aus,
denn sieh, hier ist das vierte Daus,
Pikdaus mir angeboren.

Gut, sprach drauf Franz, ich glaub‘ es dir,
hier ist mein Geld, doch mußt du mir
auch jetzt dafür versprechen,
dies angeborne vierte Daus
nur ganz allein zu spielen aus,
ich will es dann schon stechen.

Ung[enannt].