Lyrik

Wie ich die Liebe kennen lernte.

Veröffentlicht am

Ich war ein Knab‘ und ging allein in einen dichten Buchenhain, den Wohnsitz guter Hirten, wo viele hundert Tauben zart, durch Lieb’und Gegenlieb‘ gepaart, auf grünen Zweigen girrten. – Da kam ein Mädchen wunderschön und lächelnd wie die Grazien, mit Rosen auf den Wangen, ihr Auge war voll Glanz und Licht und bläulich wie Vergißmeinnicht, […]

Lyrik

An eine ungetreue Geliebte.

Veröffentlicht am

Nicht daß dein Herz für keinen Andern lodre, Behutsamkeit ist alles, was ich fodre, Zu schön zur Treu‘, brich sie bei Andrer Kuß, Nur so nicht, daß ich’s immer wissen muß. Das Weib, das ihren Fehler schlau verhehlet, das läugnen kann, das hat auch nicht gefehlet. Doch welche Tollheit treibt dich, das Vergehn Der stillen […]

Lyrik

Das Geständnis

Veröffentlicht am

Ja, Freund, mein Herz läßt sich zu leicht entflammen! Du klagst mich an, ich selbst muß mich verdammen, Beschönung wär‘ hier nicht recht am Ort, Ich weiß, ich fehl‘, und dennoch fehl‘ ich fort. Gleich einem Schiff, wenn wilde Stürme wüthen, Irr‘ ich umher, und kann mir nicht gebieten. Es reizet mich nicht ein Gesicht […]

Lyrik

An Elise

Veröffentlicht am

Du siehst so blaß, so krank, so bleich, siehst nur den weißen Lilien gleich, o komm und laß dich heilen, du dauerst mich in deiner Noth, ich will dir bald der Rose Roth durch einen Kuß ertheilen. – Du schmachtest nach der Liebe Lust, tiefseufzend hebt sich deine Brust, nährt schmachtendes Verlangen, die Thräne, die […]

Lyrik

Die Nachtigal

Veröffentlicht am

Vergebens wird bei Tag und Nacht Der Schönen goldnes Vlies bewacht. Dies ist verlorne Müh‘. Sobald von Lust gerühret, Ein Mädchen erst geheimen Kitzel spüret, So glückt es einem Jüngling leicht, Der zu gefallen weiß, an Witz dem Jason gleicht, Die Schwierigkeiten zu besiegen Und Wacht und Drachen zu betrügen; Zumal wenn selbst des Mädchens […]

Lyrik

Das Piketspiel

Veröffentlicht am

Die kleine muntre Galathee, ein Kind von funfzehn Jahren, mit rabenschwarzen Haaren, und einem Leib so weiß wie Schnee, so recht gebaut zum Paaren, und Franz, ein Knabe dick und fett, mit Augen voller Flammen; dies Pärchen nun saß einst beisammen und spielten, – was? – Piket! – Das Spiel sah ziemlich mieslich aus, auch […]

Lyrik

An Laura

Veröffentlicht am

Wie lang, o Thörin, ahmst du schwach die Lust geheimer Liebe nach? Ach, willst du stets die Glut von Küssen, wo Zung‘ auf Zunge heimlich trifft, den Balsamthau der Liebe missen? – stets fliehest du vor meinen Küssen, als flöss‘ von meinem Munde Gift. – Gib einmal nach, laß nur einmal, beim Götterrausch erhitzter Sinnen, […]

Lyrik

Collin und Juliette

Veröffentlicht am

Im süßen Duft der Rosen lag Schäfer Collinet und machte seiner losen Geliebten ein Bouquet und etwas anders noch, – ich wag‘ es nicht zu sagen, – und etwas anders noch; – wer wird nach allem fragen? – Fein züchtig, wie es Sitte, sprach er mit ihr, allein bald mischte, als der Dritte, sich Cypripor […]

Lyrik

Die schöne Nacht

Veröffentlicht am

Erhitzter Jüngling, höre du Mir jetzt mit deiner Phillis zu! Wie? Soll mich niemand weiter hören? Ihr alten Buhler, die, wer Mitleid fühlt, beklagt, Wenn euch, zum Opfer vor Cytheren, Die frostige Natur den besten Dienst versagt, Auch ihr gebt Acht, denn ich will dichten, Die Schwachen männlich aufzurichten. Ihr jungen Weiber horcht, denn euch […]

Lyrik

Die Opferung

Veröffentlicht am

Du bist wie Paphia aus weißem Schaum geboren, Aus Muschelschalen stieg dein Leib so zart und fein, Die Perle aber ward aus ihrem Schooß erkoren, Des feinen Geistes jungfräulicher Stoff zu sein. Du gleichst Cytheren, wenn der Grazien Hand sie schmückte, Nur daß ihr Herz an Threu‘ lang‘ nicht dem deinen gleicht; Als ohne Gürtel […]